BERUFLICHE UND PERSÖNLICHE NEUORIENTIERUNG IN BERGISCH GLADBACH

 POTENZIAL EINZIGARTIGKEIT IDEEN SELBSTBEWUSSTSEIN LEBENSFREUDE

Erfüllte Sexualität als Kraftquelle

Sexualität und Lebenskraft sind eng miteinander verbunden. Sexualität ist der Ursprung unserer Existenz. Die eigene sexuelle Identität zu entdecken und zu leben, kann uns einen Mega-Energieschub für alle anderen Bereiche unseres Lebens bringen. Oftmals schämen wir uns für unsere Wünsche und Begierden, gestehen sie noch nicht einmal uns selbst offen ein.

Regeln, Dogmen und Tabus prägen unseren Umgang mit dem Thema. Diese haben wir im Laufe unseres Lebens von unseren Leitbildern übernommen. Die üblichen Verdächtigen: Kirche, Elternhaus, Schule etc. leisten hier einen Beitrag. Frauen und Männer werden von Kindheit an mit Glaubensvorstellungen überhäuft, wie sich denn nun ein "richtiger Mann" und eine "richtige Frau" zu verhalten haben. Diese Glaubensmuster können in Partnerschaften für große Verwirrung sorgen. Beide Geschlechter denken häufig, dass der Partner die Verantwortung für die eigene sexuelle Befriedigung trägt. Da die Bedürfnisse aber sehr individuell sind und der Partner nicht Hellsehen kann, beginnt bereits hier die Frustration. Dabei könnte es so leicht sein. Jeder beginnt erst einmal bei sich und kommuniziert seine Bedürfnisse oder zeigt dem Partner, wie seine Vorlieben ausschauen. Dies setzt natürlich Offenheit und Unbefangenheit im Umgang mit der eigenen Sexualität voraus. Da wir unsere individuelle sexuelle Identität oft selbst nicht kennen bzw. vor uns verstecken, können wir sie in Partnerschaften nicht kommunizieren. Weiterhin lassen uns Verlustängste und Schamgefühle vor Offenheit zurückschrecken.

Häufig basieren Beziehungen auf gegenseitiger Abhängigkeit und dem Zwang, den anderen zu beherrschen. Dies liegt darin begründet, dass sich beide Partner als unvollständig wahrnehmen. Der Mann glaubt, die typisch weiblichen Eigenschaften wie intuitive Weisheit, Fürsorge und  gefühlsmäßige Zuwendung von der Frau zu benötigen. Frauen werden aus ihrer eigenen Konditionierung heraus schnell zu Therapeutinnen, Müttern etc. und verlieren damit ihre sexuelle Anziehungskraft. Es gibt auch heute noch Ehen, in denen der Mann seine Frau mit "Mutter" anspricht. 

Wir können und werden sicherlich nicht jede sexuelle Phantasie leben, aber bereits die Ehrlichkeit uns selbst gegenüber öffnet einen Raum, der unsere Grenzen erweitert. Durch die Integration unseres Begehrens werden wir vollständig und lernen, uns und unsere Individualität in der Sexualität anzunehmen und zu lieben. Im Rahmen der Aufstellungsarbeit habe ich einige Male Einblick in das männliche Denken und Fühlen zu diesem Thema gewonnen, wenn nicht genügend männliche Teilnehmer in der Gruppe waren und ich die Rolle eines Mannes übernommen habe. Die unterschiedlichen Vorstellungen von Mann und Frau traten dabei deutlich zu Tage. Es ist eigentlich Allgemeingut zu wissen, dass ein Mann über die Sexualität zur Kommunikation findet und eine Frau über die Kommunikation zur Sexualität. Fazit ist, ein Mann hat nach einem langen Arbeitstag keine Energie mehr, mit seiner Frau komplexe Gespräche zu führen. Er will entweder zur Tat schreiten oder lässt es lieber, wenn es zu aufwendig ist. Seine Frau möchte sich vielleicht austauschen, ihren Tag und die Ereignisse darin mit ihm teilen. Fühlt sie sich hier zurückgewiesen, verzichtet auch sie lieber. Es passiert eben nichts und doch ganz viel.

Der Markt für "Seitensprungbörsen" im Internet boomt. Beim Erstkontakt scheint die Erotik aufgrund des hormonellen Überschwangs weniger kompliziert zu sein. Der organisierte Seitensprung macht es möglich, dass die Durststrecke in der Erstbeziehung länger durchgehalten wird. Zudem hat alles "Verbotene" einen ganz eigenen Reiz und bringt Schwung in den Alltag. Meine Richtung ist dies nicht. Ich vertrete die Meinung, dass der Lebenspartner/in einen Anspruch auf die Wahrheit hat.

Für einen Seitensprung habe ich sehr großes Verständnis; in meinem Leben hat sich dieser allerdings völlig ungeplant ereignet. Die Energie hierfür hatte sich  jahrelang aufgebaut. Das Geheime daran hat mich nicht gereizt. Im Gegenteil. Ich bin dem Impuls gefolgt, die "vollbrachte Tat" mitzuteilen. Darunter lag sicherlich auch meine Wut, mich in der Primärbeziehung zurückgewiesen zu fühlen. Dies betraf nicht nur den Bereich Sexualität, sondern vor allem die Bereiche Wertschätzung und Kommunikation. Diese "Komponenten" habe ich, nach jahrelanger Unterdrückung meiner Bedürfnisse und dem endlosen Versuch kommunikativer Reparaturarbeiten, dann in einer Außenbeziehung gefunden. So endete meine 20-jährige Ehe.

Ich hatte das Glück, mich in einen Mann verliebt zu haben, dem es nicht vordergründig um Sex ging, sondern der sich wirklich für mich interessierte. An dem Tag des Ereignisses habe ich ganz bewußt eine Entscheidung für mich getroffen, für meinen Körper, meine Seele und das Ende der Verneinung meiner Bedürfnisse. Da ich sehr viel Raum hatte und mich nicht unter Druck gesetzt fühlte, habe ich mein Herz geöffnet. Aus Sexualität wurde Hingabe, Verschmelzen und eine Befriedigung, die über die Körperlichkeit weit hinausging und in ihrer Intensität fast schon schmerzhaft war. Dieses Erlebnis gehört zu den friedvollsten und schönsten Erfahrungen  meines Lebens. Daraus habe ich gelernt: Wenn ich mein Herz öffne, bin ich sowohl mit mir als auch mit meinem Partner verbunden. In diesem Moment spielt der Kopf keine Rolle mehr, keine Gedanken, keine Ideen, keine Vorstellungen, nur noch Da SEIN.

Obwohl ich es versucht habe, war mir eine Rückkehr in meine Ehe nicht mehr möglich; wir hatten uns schon zu weit voneinander entfernt. Heute frage ich mich, ober wir uns überhaupt je wirklich kennengelernt haben.  Ich kann im Rückblick nur feststellen, dass ich nicht weiß, wer dieser Mann an meiner Seite wirklich war. Welche Träume, Bedürfnisse und Wünsche hatte er?

Uns standen aus meiner heutigen Sicht  auch zu viele unerlöste kindliche Verhaltensmuster im Weg. Die "große Liebe" beruht oft auf großer Bedürftigkeit. Dem Drama sind Tür und Tor geöffnet, wenn dies den Partnern nicht bewusst ist und von beiden Seiten Anstrengungen unternommen werden, die alten Muster aufzulösen. Aber auch dann...

Vielleicht hat eine Beziehung einfach ihre Zeit und darf sich  trennen, wenn sie einem natürlichen Ende zustrebt, weil es nur noch wenig Gemeinsamkeiten gibt. Es ist eine Illusion zu glauben, dass wir jeden Abend denselben Partner Zuhause antreffen. Wir entwickeln uns Tag für Tag und wir entwickeln uns auch Tag für Tag auseinander, wenn wir nicht sehr aufmerksam sind, uns Zeit füreinander und vor allem für ehrliche Kommunikation nehmen.

Aufgrund der hohen Lebenserwartung haben Ehen heute eine sehr lange Dauer, wenn sie früh geschlossen werden. Ich bin vorsichtig geworden mit Versprechen aller Art, vor allem  mit "Bis der Tod uns scheidet". Ein solches Gelübde bedarf der regelmässigen Überprüfung.

Im Hinblick auf die Sexualität ist es ein sehr enger Rahmen, der in vielen Fällen durch eine Scheidung gesprengt wird oder durch gelegentliche Seitensprünge, die den Alltag versüssen. Da dies gegen die gesellschaftlichen Normen verstößt, gehen sowohl Trennung als auch Affären oft mit einem guten Maß an Schuldgefühlen einher. Davon kann ich ein Lied singen. Heute frage ich mich, warum es nur so wenigen Paaren gelingt, friedlich auseinander zu gehen und dankbar zu sein für die gemeinsam verbrachte Zeit, die in der Regel auch viele schöne Erlebnisse umfasste. Ich habe meinen inneren Frieden gefunden seit ich meine Schuldgefühle abgelegt habe, gelegentlich wertschätzend an schöne Momente meiner Ehe zurückdenke und alle destruktiven Prozesse unter "Drama" und unter "Story" abgelegt habe. Das Drama bringe ich heute lieber kreativ aufs Papier und halte es nach Möglichkeit aus meinem Leben fern. 

Ich möchte ich mich jeden Tag wieder bewußt für eine bestehende Partnerschaft entscheiden und meine Bedürfnisse kommunizieren. Ob diese dann vom Partner erfüllt werden, ist eine ganz andere Frage. Ich möchte mich aber gehört und gesehen fühlen. Diese Einstellung gibt mir Luft zum Atmen und verbindet mich mit mir selbst. Weder Männer noch Frauen sind von Natur aus monogam. Diesem Pfad zu folgen ist eine bewusste Entscheidung und diese bedarf der gelegentlichen Überprüfung und des Gesprächs.

Wie weit das öffentliche Bild der weiblichen Sexualität von der Realität abweichen kann, wird angesichts des Riesenerfolgs der Romanserie "Fifty shades of grey" von E. L. James sowie der entsprechenden Kinofilme deutlich. Der Untertitel ist "befreite Lust". Die Büchern wurden zu Bestsellern und vorwiegend von Frauen gekauft. Offensichtlich träumen Millionen von Frauen von einem dominanten Partner, von Fesselungsspielen, Auspeitschen etc... Ich habe mir das Buch vor Jahren gekauft, mich beim Lesen auf die pikanten Stellen konzentriert und beschlossen, daß ich meine Neigungen lieber lebe als lese. Allerdings habe ich heute keine Angst mehr vor diesbezüglicher Kommunikation.

Es erscheint mir hingegen schon eine große Herausforderung für Frau oder Mann, einem Partner/in nach jahrelanger Ehe mitzuteilen, daß sie/er gerne einmal beim Liebesspiel gefesselt werden möchte, auf klare dominante Männlichkeit/Weiblichkeit steht und auch sonst allerlei "dunkle" Abgründe hat. Wir übersehen, dass oft auch unsere Partner aus denselben Beweggründen ihre wahren Bedürfnisse verschweigen.

Mir fällt diese Akzeptanz heute leicht; lebenslanges Lernen in diesem Bereich ist heiter und macht Spaß. Wer weiß, was ich noch alles herausfinden werde... Liebe und Sexualität sind Kräfte, die frei fließen wollen. Angst und das Bedürfnis nach Sicherheit schränken unsere Lebensenergie ein. Offenheit uns selbst und unserem Partner gegenüber sowie Mut zum Risiko können sowohl unserem Leben als auch unserer Partnerschaft einen Raketenantrieb verleihen. Ich setze mich lieber mit der Wahrheit auseinander als mit einer Lüge.

Sich selbst zu kennen, bewahrt auch vor der falschen Partnerwahl. Die sexuellen Bedürfnisse mancher Paare passen einfach nicht zueinander und können auch nicht durch Kompromisse passend gemacht werden. Oft stellt sich diese Erkenntnis erst nach jahrelangem Frust in der Beziehung ein, wenn Frau oder/und Mann herausfinden, wie sie wirklich "ticken". Da ergibt sich dann die Fragestellung, ob mit sehr viel Toleranz ein Raum für außereheliche Begegnungen der Partner geschaffen werden kann. Wenn dies nicht der Fall ist, bleibt entweder die Akzeptanz der dauerhaften Frustration mit einer Menge innewohnender Sprengkraft und dauerhaftem Energieverlust oder die Trennung.

Wir leben in einer herausfordernden Zeit. Traditionelle Wege funktionieren nicht mehr, Strukturen brechen zusammen. Dies betrifft auch den Beziehungsbereich. Wir sind aufgefordert, neu zu denken, neu zu fühlen und neu zu handeln, um im Einklang mit uns selbst und unserer Umwelt eine Welt zu erschaffen, in der es sich zu leben lohnt. Diese "neue" Welt braucht lebendige Menschen, die Verantwortung für ihr Leben und auch für ihre Sexualität übernehmen.

Nur Frauen und Männer, die in ihrer jeweiligen Kraft als vollständige ganzheitliche Wesen stehen, können eine wirkliche Liebesbeziehung mit sich selbst und einem anderen Menschen führen. Da ist jeder aufgefordert, seinen ganz eigenen Weg zu entdecken und zu leben.

Selbst unser sogenanntes "Gesundheitswesen", dass ich eher für ein "Krankheitswesen" halte, integriert mittlerweile die gesundheitsfördernden Aspekte gelebter Sexualität. Ich habe es sehr heiter gefunden als ich vor einigen Wochen las, dass die Barmer Ersatzkasse Selbstbefriedigung als Einschlafhilfe empfiehlt und eine Aufklärungskampagne gestartet hat, um die Kosten für entsprechende Medikamente im Gesundheitswesen zu senken. Ich bin mir sehr sicher, dass durch eine lustvolle sensible Sexualität auch die Quote psychischer Erkrankungen, z. B. Depression, Burnout etc. gesenkt werden kann. Ein mit Glückshormonen gefluteter Körper ist in guter Balance und neigt weniger zu negativer Kopfakrobatik aller Art.





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